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Automotive 4.0 – Ein fahrender Stein setzt kein Moos an

Automotive 4.0 - Ein fahrender Stein setzt kein Moos an

Kaum eine Branche ist von der digitalen und ökologischen Transformation so stark betroffen wie die Automobilindustrie. Der notwendige Wandel ist bei vielen Herstellern bereits seit einigen Jahren eingeleitet, dennoch droht für einige Anbieter im Automotive-Bereich eine ernüchternde Zukunft. Die neuen Techniken entwickeln sich zunehmend dynamisch und neue Hersteller, teilweise aus ganz anderen (IT-) Bereichen drängen in den Markt.

Von der Industrie 4.0 zu Automotive 4.0

Auch wenn das Schlagwort Industrie 4.0 mittlerweile durch den Begriff Digitalisierung weitgehend abgelöst wurde, verbleibt das Kürzel 4.0 als Kennzeichen für den aktuellen technischen Umbruch. So beschreibt Automotive 4.0 die digitale Transformation im Automobilsektor und die damit einhergehenden neuen Herausforderungen. Dabei gibt es eine Reihe Themen, von denen die Branche betroffen ist.

Grundsätzlich verändert die Digitalisierung die Kommunikation und die Unternehmensorganisation durch alle Bereiche. Nicht nur wird der Produktionsprozess an sich mit einer digitalen Komponente angereichert oder das Marketing mit intelligenten Software-Lösungen betrieben. Digitalisierung bedeutet auch, dass Unternehmensgrenzen eingerissen werden und Parteien von außerhalb der Unternehmen direkt in alle Bereiche involviert werden.

Die Smart Factory

Die Automobilbranche ist eine klassische Industrie, bei der die Produktion bereits zu einem hohen Grad automatisiert ist. Mithilfe eines digitalen Abbilds der Produktion sind weitere intelligente Automatisierungen möglich. Dieses Konzept wird über die Smart Factory beschrieben.

Die Smart Factory ist genau dieses digitale Abbild, das durch moderne Schnittstellentechnik dynamisch und aktuell gehalten wird. Theoretisch ist es in einer Smart Factory möglich, den ganzen Produktionsprozess nur noch digital zu steuern. Das reale Bauen der Komponenten und der Zusammenbau müssen so gar nicht mehr vor Ort überwacht werden.

In diesem Bereich ist die Automobilbranche schon recht weit. Moderne Werke vieler Hersteller sind zu einem hohen Grad automatisiert und laufen nahezu autonom. Hier liegen für die Zukunft aber noch mehr Möglichkeiten, indem beispielsweise dynamische Plattformlösungen und interaktive Robotik genutzt werden.

Automotive 4.0 vw tower wolfsburg
VW Tower Wolfsburg

Vom Massenprodukt zur Consumer Experience

Endverbraucher wie auch Businesskunden erwarten heute einen übergreifenden digitalen Service für sehr viele Produkte und Dienstleistungen. Diese Meta Services erlauben neue Alleinstellungsmerkmale und flexible Kundenbetreuung im ganzen Wertschöpfungsprozess.

Ein Beispiel dafür ist ein gemeinsames Erarbeiten und Durchführen von Projekten innerhalb einer digitalen beziehungsweise virtuellen Umgebung. Ein großes Einsparpotenzial an Forschungs- und Entwicklungskosten, aber auch eine enorme Erleichterung, jede kreative Idee auszuprobieren, ist damit geboten.

Für B2B- und B2C-Kunden gleichermaßen bietet eine virtuelle Umgebung gleichzeitig die Möglichkeit, Massenprodukte zu individualisieren. So kann beispielsweise ein Kunde sich bereits im ersten Produktionsschritt sein Fahrzeug aussuchen und an der individuellen Gestaltung mitwirken. Dank intelligenter Roboter kann das in den Produktionsprozess unmittelbar umgesetzt werden.

Vernetzung und Konnektivität

Insbesondere im Bereich der Meta Services drängen immer mehr IT-Firmen als Konkurrenz in den Automotive-Bereich. Das ist aber auch eine besondere Chance für die bisherigen Automotive-Hersteller, die neuen Ansprüche und Anforderungen anzugehen und kreative technische Lösungen zu finden.

Vernetzung im Fahrzeug ist ein solches Thema. Neue Fahrzeuge besitzen viele technische Fahrassistenten, Sensoren und vereinen im fahrzeugeigenen Computersystem diverse App-basierte Features. Konnektivität zu intelligenten weiteren App-Lösungen lassen ein Fahrzeug weiter nach den individuellen Ansprüchen der Nutzer differenzieren. Hier geht es um mehr als die Verbindungsmöglichkeit zum Smartphone.

Mit dem zukünftigen 5G-Netz lässt sich jedes Fahrzeug in diverse Netzwerke einbringen. Beispiele sind Netze im Bereich der Smart City, wo intelligente Park- und Verkehrsleitsystem sekundenaktuell Informationen an das Fahrzeug liefern, aber auch ein zukünftiges allgemeines digitales Verkehrsnetz, das auch ein volles autonomes Fahren erlaubt.

Automotive 4.0

Autonomes Fahren

Das Thema autonomes Fahren ist bereits seit einigen Jahren in der Entwicklung. Erst mit einem deutlich schnellen Netzwerk dürfte die vollautomatische Fahrzeugführung möglich werden. Bisher wurden bereits einige Fortschritte gemacht und hier dürften in naher Zukunft deutlich größere Sprünge ermöglicht werden.

Automotive-Unternehmen sind hier vor allem im Bereich der Sensorik und der Netzwerktechnik gefragt, sichere und schnelle Lösungen zu erarbeiten. Vor allem im Frachtbereich steht mit einer Unabhängigkeit vom Fahrer und allein fahrenden Transportfahrzeugen ein deutlicher Schub in der Logistikbranche ins Haus.

E-Mobilität und alternative Antriebe

Neben der digitalen steht auch die ökologische Transformation der Wirtschaft an. Gerade im Automotive-Bereich kommen beide Aspekte zusammen. Alternative Antriebe und E-Mobilität sind bereits seit einigen Jahren ein großes Thema und bieten viel Entwicklungspotenzial. Einige Hersteller haben bereits den Anschluss verpasst, aber mit frischen Ideen sind weiterhin große Sprünge möglich.

Die alternativen Antriebe müssen dabei ebenso digital gedacht werden. Mit nachhaltigen und gleichzeitig digitalisierbaren Produkten steht und fällt der Erfolg im Antriebsbereich und nicht nur dort. Elektroantriebe sind dabei nur eine Möglichkeit, die vielleicht sogar nur eine Übergangslösung darstellt. Neue Formen wie der Wasserstoffantrieb könnten die langfristige Lösung im Verkehr bieten.

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Andrzej Fink

Von Andrzej Fink

Ich bin Informatiker und Unternehmer. Jobriver.de ist unsere IT-Jobbörse für Düsseldorfer Unternehmen. Neben unserem Portal betreibe ich noch andere Unternehmen. Privat bin ich ein großer Liebhaber von Möpsen und ich lebe in Düsseldorf.

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